Geschichte der Schule

 

Ab 1875 gab es Vorläuferschulen in der Schulgasse für Knaben und in der Neugasse für Mädchen.

In der Schulchronik findet sich folgender Eintrag:

„Da die Räumlichkeiten  dieser Schulen nicht mehr ausreichten, beschloss der löbliche Bezirksschulrat und Gemeinderat im sogenannten Vereinsviertel (heute Josefstadt) die notwendigen Lokalitäten ausfindig zu machen, um einige Klassen errichten zu können.“

Weiter erzählt die Chronik, dass von 1879 – 1886 drei  Klassen der Knabenvolksschule in einem der hiesigen Sparkasse gehörendem Haus in der Industriegasse 9+11 untergebracht. Und dann ist in der Chronik zu lesen:

„Nachdem aber der Überfüllung der Schulklassen trotzdem nicht abgeholfen werden konnte, beschloss der löbliche Bezirksschulrat wie Gemeinderat, das dem Herrn Baumeister Handler gehörige Haus in der Siglgasse Numero 4 zu Schulzwecken herzurichten.“

Aber auch mit diesen zusätzlichen Räumlichkeiten konnte die Schulraumnot nicht beseitigt werden, weil immer mehr Menschen in die Stadt Wiener Neustadt zogen – die Industrie und die damit verbundenen Arbeitsmöglichkeiten waren wohl der Grund dafür. Und so fassten der Bezirksschulrat und Gemeinderat den Beschluss, ein Schulgebäude zu bauen:

„dem Kaiser Franz Josef, der 40 Jahre glücklich regiert, als Zeichen der Verehrung errichtet.“

Am 6.Oktober 1889 fand – am gleichen Tag wie beim Wiener Neustädter Krankenhaus - die feierliche Schlusssteinlegung der Kaiser-Franz-Josef-Jubiläums-Schule am Baumkirchnerring in Wiener Neustadt statt.

Über die Eröffnung der Kaiser Franz Josef-Jubiläums-Schule am Baumkirchnerring am 4.Mai 1890 steht in der Chronik:

„Die Schüler und Schülerinnen zogen in Begleitung ihrer Klassenlehrer in den geschmückten Turnsaal ein. Bürgermeister Dr. Karl Haberl übergab den Schlüssel des neuen Hauses an den Oberlehrer (so hieß damals der Direktor).  Mit einem begeistert ausgebrachtem „Hoch“ auf seine Majestät den Kaiser und Absingung der Volkshymne schloss die Feier.“

1908: zum 60.Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef nehmen alle Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen an einem Festgottesdienst in der Neuklosterkirche teil.

Im Jahr 1911 wird im Schulhaus die Wasserleitung installiert.

1914 bricht der Erste Weltkrieg aus. Die Schule wird geräumt und im Gebäude ein Kriegsspital eingerichtet. 

1918 erfolgt die Wiedereröffnung als „Ringschule“.

1926 können die Kinder erstmalig Schulsparen.

1927 zieht ein Teil der Schüler und Lehrer in die neu errichtete Pestalozzi-Schule um.

1930 -1940 Viele Menschen waren arbeitslos, hatten zu wenig Geld für Essen oder Kleidung. Auch viele Kinder waren hungrig. Durch Spenden wurde eine Ausspeisung für bedürftige Schülerinnen und Schüler in der Schule ermöglicht, und es gab eine Schulmilchaktion, die der Elternausschuss organisierte.

1943 wird die Schule wegen des Bombenkrieges abermals geräumt.

In den Schulen macht sich der Krieg bemerkbar. Es herrscht Lehrermangel. Auch viele Kinder müssen arbeiten - im Haushalt, in der Landwirtschaft und als Viehhüter.

Wegen eines Bombentreffers im Ost-Trakt konnte die Schule erst 1946 wieder geöffnet werden.

1950 - 1960 Die Schule besitzt ein Eumig-5-Röhren-Super 327–Radio mit Anschluss für Lautsprecher und kann somit am österreichischen Schulfunk  teilnehmen.

Der Schülerbeschreibungsbogen wird eingeführt, da werden Kinder beschrieben, wie sie arbeiten:  von fleißig, bemüht, zielstrebig oder nachlässig, schlampig, faul ist da zu lesen.

1965: das Jahrbuch des Buchklubs wird als zweites Lesebuch verwendet; alle Schüler und Schülerinnen sind Mitglied beim Buchklub der Jugend.

Erstmals wurde die Jugendzeitschrift „Kleines Volk“ für alle Kinder bestellt.

An besonderen Tagen werden Schulfilme gezeigt, dafür mussten Verdunkelungsvorhänge angeschafft werden.

1970 ein Philips-Plattenspieler wird für den Musikunterricht angekauft

1972 im Rahmen der Schulbuchaktion erhalten alle Schüler zum ersten Mal neue Schulbücher gratis.

1976 wird die Volksschule für Mädchen-Baumkirchnerring umbenannt in Volksschule Baumkirchnerring-West,

die Volksschule für Knaben-Baumkirchnerring heißt nun Volksschule Baumkirchnerring-Ost.
Bei der Abstimmung über die Einführung der 5-Tage-Woche im Jahr 1979 gibt es 54,5% Zustimmung. Es jetzt wurde der Samstag unterrichtfrei.

1980 wird die VS-BKR-West wegen der zentralen Lage als Standort für den Schulversuch „Tagesheimschule“ ausgewählt und mit 15 Kindern der 1.Klasse eröffnet. 1988 gibt es 8 Tagesheimklassen.

Im technischen Werkunterricht dürfen Buben und Mädchen technische Dinge herstellen und im Textilen Werkunterricht auch gemeinsam nähen und häkeln.

1987 kann der Elternverein durch Spenden das 1. große Klettergerüst für den Garten ankaufen.

1990 werden anlässlich der 100-Jahr-Feier der Schule die Fassade und das Dach saniert, die Fenster renoviert und die Bassena am Gang wird abmoniert – in den Klassen gibt es nun Fließwasser.

1993 wird mit den Arbeiten für den Zubau begonnen.

Die Kellerräume der Schule werden für die Kurse der Volkshochschule adaptiert, der Aufzug wird eingebaut und vorausschauend die Barrierefreiheit hergestellt. Im Jahr 2004 wird der Turnsaal saniert.

 

Die Volksschulen Baumkircherring Ost und West werden zusammengelegt.